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Herbstzeit ist Weinzeit

Der Herbst ist die Zeit der Traubenlese. Doch die Winzerfeste können dieses Jahr Corona-bedingt wohl nicht im üblichen Rahmen oder teils auch gar nicht stattfinden. Dennoch werden sicherlich viele von Ihnen ab und zu ein Gläschen Wein trinken. Was gilt es dabei in Bezug auf Diabetes zu beachten?

Diabetes und Alkohol
Alkohol beeinflusst den Blutzucker.

Früher wurde Menschen mit Diabetes empfohlen, gänzlich auf Alkohol zu verzichten. Mittlerweile ist diese Forderung nach totaler Abstinenz überholt. Grundsätzlich gilt aber für Menschen mit und ohne Diabetes, Alkohol nur sparsam zu genießen. Dazu gehören auch mehrere alkoholfreie Tage pro Woche.

Schwankungen des Blutzuckerspiegels

Alkohol kann sowohl zu hohen als auch zu niedrigen Blutzuckerwerten führen. Durch alkoholische Getränke kann der Blutzuckerspiegel von Menschen mit Diabetes stark schwanken. Alkohol beeinflusst Ihren Stoffwechsel stark. Die Kohlenhydrate, etwa im Bier oder in süßen alkoholischen Getränken, erhöhen zunächst Ihren Blutzucker, einige Zeit später kehrt sich die Wirkung aber um. Das Risiko für Unterzuckerungen ist nach dem Genuss von Alkohol am Abend sogar noch bis zum nächsten Tag erhöht. Denn während die Leber mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt ist, ist die Glukosefreisetzung aus den Glukosespeichern eingeschränkt und die Glukose-Produktion behindert. Bereits ein geringer Alkoholspiegel hat einen hemmenden Einfluss auf die Zuckerfreisetzung aus der Leber. Dies kann unter anderem zur Folge haben, dass eine Senkung des Blutzuckers, auch erst Stunden nach dem Alkoholkonsum, auftreten kann. Wie ausgeprägt die Blutzuckersenkung durch den Alkohol ist, hängt vom Alkoholgehalt und der Menge des Getränkes ab sowie von Ihrem Geschlecht. Insbesondere bei großen Mengen können Unterzuckerungen (in der Fachsprache Hypoglykämien genannt) auftreten. 

Gefahr einer Unterzuckerung

Wenn Sie die Insulindosis beim Konsum alkoholischer Getränke nicht anpassen, besteht die Gefahr einer Unterzuckerung. Diese kann noch bis zu 6-12 Stunden später oder auch länger auftreten. Nächtliche Unterzuckerungen sind nach Alkoholkonsum deshalb keine Seltenheit.

Um eine Unterzuckerung zu verhindern, achten Sie bitte auf Folgendes:

  • Ein schönes Gläschen trockenen Wein kombinieren Sie am besten mit einem kohlenhydratreichen Snack. Kohlenhydrathaltige Alkoholika, wie z. B. Bier oder süße alkoholische Getränke, bedürfen allerdings u. U. einer Abdeckung mit Insulin. Besprechen Sie dies daher unbedingt vorher mit Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt.
  • Achten Sie auf die typischen Symptome einer Unterzuckerung wie Schwindel, vermehrtes Schwitzen oder eingeschränkte Sinneswahrnehmungen.
  • Informieren Sie die Personen in Ihrem Umfeld, damit diese ebenfalls auf mögliche Symptome einer Unterzuckerung achten. (Denn Alkohol kann auch die Hypoglykämie-Wahrnehmung mindern.)
  • Bitte besprechen Sie mit Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt, ob Sie Ihre basale Insulindosis anpassen sollten. Als Pumpennutzerin bzw. -nutzer klären Sie bitte ab, ob, wann, um wie viel und wie lange Sie die Basalrate nach dem Alkoholkonsum reduzieren sollten.
  • Häufig wird nach Alkoholkonsum am Abend empfohlen, den Zielwert für die Nacht zu erhöhen. Messen Sie den Blutzuckerspiegel und bei einem niedrigeren Glukosewert essen Sie zusätzliche Kohlenhydrate, bei einem höheren Glukosewert korrigieren Sie diesen entsprechend der Empfehlungen Ihrer Ärztin / Ihres Artzes.

Glukagonspritze ohne Wirkung

Da Alkohol die Leber davon abhält, Glukose zu produzieren, kann diese auch mithilfe der Glukagonspritze keine Glukose mehr freisetzen. Deshalb ist es so wichtig, darauf zu achten, gar nicht erst in eine Unterzuckerung zu fallen.


Beachten Sie deshalb beim Konsum von Alkohol die oben genannten Punkte und sprechen Sie sich im Vorfeld mit Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt bzw. Ihrer Diabetesberaterin / Ihrem Diabetesberater ab.

Wie erwähnt, sollten Sie in der Regel auch etwas Kohlenhydrathaltiges essen, wenn Sie Alkohol trinken. Und was gehört zwingend zu einem typischem Herbst-Menü? Genau, der Kürbis! Wenn Sie Kürbis-Liebhaberin oder -Liebhaber sind, dann probieren Sie doch gleich einmal unser aktuelles Herbst-Rezept für eine Kürbissuppe mit Curry und Thaibasilikum aus!


Wir wünschen Ihnen einen farbenfrohen und genussvollen Herbst!


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